Allgemeine Tipps und Ideen

Lassen Sie Ihrer Neugierde freien Lauf und seien Sie aufrichtig interessiert.

Bevor Sie beginnen

Bevor Sie ein(e) ZuhörerIn werden, schlagen wir vor, dass Sie versuchen, ein(e) ErzählerIn zu sein. Das kann Spaß machen und es wird Ihnen helfen, den Prozess zu verstehen. Sie können auch aus erster Hand erfahren, wie es ist, Ihre eigenen persönlichen Lebensgeschichten mitzuteilen, und Sie können sich besser in den/die ErzählerIn einfühlen.

Stellen Sie sicher, dass Sie genügend Zeit einplanen, um den/die ErzählerIn kennenzulernen und den Prozess des gegenseitigen Kennenlernens und der Vertrauensbildung zu genießen.

Das Eis brechen

Beginnen Sie Ihre erste Erzählstunde, indem Sie fragen, warum der/die ErzählerIn am Geschichtenerzählen teilnimmt und welche Erwartungen er/sie hat. Besprechen Sie die verschiedenen Möglichkeiten, Geschichten aufzuzeichnen und erkunden Sie, was für den/die ErzählerIn am besten funktioniert.

Um das Eis zu brechen, schlagen wir vor, dass Sie auch etwas über sich selbst erzählen, da die Leute wahrscheinlich mehr über sich selbst erzählen, wenn das Gespräch interaktiv ist. Ein "Frage und Antwort"-Gespräch kann sich wie ein Interview anfühlen und das Gespräch oberflächlicher machen. Lassen Sie Ihrer Neugierde freien Lauf und seien Sie aufrichtig interessiert.

Besondere Momente

Halten Sie während Ihrer Gespräche Ausschau nach den "funkelnden Momenten" in einer Geschichte. Das sind die Erinnerungen, die den/die ErzählerIn zum Strahlen bringen. Achten Sie genau auf diese, denn sie können helfen, besondere Geschichten zu erforschen.

Verwenden Sie offene Fragen

Versuchen Sie, offene Fragen zu stellen und vermeiden Sie Suggestivfragen. Offene Fragen bringen mehr aus dem/der ErzählerIn heraus. Versuchen Sie auch, Schweigen nicht auszufüllen. Seien Sie sich bewusst, dass der Weg genauso wichtig ist wie das Endergebnis.

Nützliche Ressourcen

Sie können Bilder und andere Materialien verwenden, um das Erzählen zu fördern und dem/der ErzählerIn zu helfen, sich an Details zu erinnern. Sie können auch Freunde und Familienmitglieder in die Erzählsitzungen einbeziehen, aber stellen Sie sicher, dass Sie dies nur tun, wenn es angemessen ist und immer mit der Erlaubnis des Erzählers/der Erzählerin. Freunde und Familienmitglieder könnten ermutigt werden, Fotos oder ihre eigenen persönlichen Erinnerungen an die Geschichte zur Verfügung zu stellen. Seien Sie sich bewusst, dass einige ErzählerInnen sich zurückhalten und weniger erzählen, wenn Freunde oder Familienmitglieder an der Sitzung teilnehmen. Besprechen Sie die Präferenzen immer vor der eigentlichen Sitzung, um Verärgerung zu vermeiden.

Tiefer gehen

Erforschen Sie während der Sitzung gemeinsam die Geschichten des Erzählers/der Erzählerin. Fragen Sie, wie sich diese Lebenserfahrungen auf sie ausgewirkt haben, ob die Geschichten eine tiefere Bedeutung für sie haben und was in ihrem Leben geschah, als sich die Geschichten ereigneten.

Achten Sie auch auf die Sprache und die Worte, die Sie verwenden. Einige Wörter können negative Konnotationen haben. Vermeiden Sie zum Beispiel "einsam" und konzentrieren Sie sich stattdessen auf "Einsamkeit erleben". Einsamkeit ist ein Etikett oder eine Identifikation (feststehend/unveränderlich), während Einsamkeit ein vorübergehendes Gefühl oder eine Emotion ist (und sich verändern kann).